Abstract

ABEL, Jürgen (2001). Mathematisches Grundwissen von Studienanfängern. Sozialwissenschaftliche Forschungsdokumentationen 15. Münster: Institut für sozialwissenschaftliche Forschung e.V. ISBN 3-926083-24-7. Preis: 25,05 €.

Stichworte: Mathematische Grundkenntnisse, Prozedurales Wissen, Deklaratives Wissen, TIMSS.

In dieser Studie werden mathematische Grundkenntnisse von 281 Studienanfängerinnen und -anfängern in vier Studienfächern der Universitäten Bielefeld, Münster und Konstanz erhoben. In der Literatur finden sich immer Klagen von Hochschullehrern über unzureichende Kenntnisse und Fähigkeiten in Mathematik von Studienanfängern (Huber, 1994; Ingenkamp, 1986; Kazemzadeh, Minks & Nigmann, 1987; Kütting, 1982; Schulz & Niebergall, 1996). Diese Klagen sind relativ pauschal und geben keine Hinweise, wo die Probleme der Studierenden genau zu verorten sind und auf welchem Niveau sie vorzufinden sind. Ingenkamp (1986) kritisiert die Ermittlung der Leistungen von Studien- und Berufsanfängern, da die Untersuchungsinstrumente meist ungeprüfte subjektiv ausgewählte Aufgaben aus der Sekundarstufe I sind, die keine Rückschlüsse auf die curriculare Validität zulassen (Ingenkamp, 1996). Bei ungenügender curricularer Validität können Leistungs- und Kenntnisdefizite sowohl auf mangelnden Fähigkeiten beruhen, aber auch darauf, dass diese Inhalte im Unterricht nicht vorkommen.

Mit den Aufgaben der TIMS-Studie liegen curricular valide Items über mathematische Grundkenntnisse vor. Für diese Untersuchung werden aus TIMSS II (Sekundarstufe I - 7./8. Schulstufe) 20 und aus TIMSS III (Sekundarstufe II) 10 Aufgaben zur mathematic-litaracy ausgewählt.

Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass Aufgaben mit klar definierten einfachen Lösungswegen größtenteils korrekt gelöst werden. Komplexere Aufgaben, d.h. Aufgaben, bei deren Lösung zwei grundlegende mathematische Symbole oder Modelle zueinander in Relation gesetzt sind und solche mit offenen Antwortvorgaben, werden von vielen Studierenden nicht gelöst. Dies deutet darauf hin, dass das für die Grundkenntnisse notwendige deklarative Wissen bei den meisten Studierenden vorhanden ist. Es mangelt bei einem großen Teil der Studierenden vor allem an prozeduralem Wissen, also an Fertigkeiten im selbständigen Umgang mit mathematischen Aufgaben.

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